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Tour durch eine EMD-Vermittlungsstelle Drucken
Die folgenden Bilder habe ich 1994 in einer Vermittlungsstelle (OVSt 44) in Hannover-Linden gemacht. Sie befand sich in der Niemeyerstraße in einem Anbau an das Postamt am Lindener Markt. Hier war man für alle Rufnummern des hannoverschen Netzes zuständig, die sechsstellig waren und mit 44 oder 45 begannen und die siebenstellig waren und mit 458 begannen. Wie viele Nummern das waren, weiß ich nicht mehr; auf jeden Fall mehrere Tausend.

Die Vermittlungsstelle wurde ein oder zwei Jahre später abgeschaltet und verschrottet. Für die entsprechenden Rufnummern ist nun eine andere Vermittlungsstelle zuständig.

In diesem Gebäude war die OVSt 44 untergebracht.

Die Bilder habe ich mit einem Kunstlicht-Dia-Film gemacht, dann auf Papier abziehen lassen und anschließend gescannt; das erklärt die eher bescheidene Qualität. Ihre größte Schwäche ist ein deutlicher Grünstich. Die "graue Post" hatte ihren Namen jedoch durchaus zurecht: Fast alles war grau – und nicht grün. Außerdem hat das Objektiv in den engen Gängen teilweise ganz schön verzerrt.

Hauptverteiler (HVt)

Im Keller des Gebäudes kamen die Kabel aus anderen Vermittlungsstellen und von den einzelnen Teilnehmern an. Im Erdgeschoss befand sich der Hauptverteiler (HVt). An ihm waren auf der einen Seite die aus dem Keller kommenden Leitungen, die zu den Teilnehmern führten, aufgelegt. Auf der anderen Seite waren die aus dem ersten Stock kommenden Leitungen aus dem Wählersaal angeschlossen. Diese waren jeweils einer bestimmten Rufnummer zugeordnet.

 

 

So ungefähr sah der HVt aus. Das Bild zeigt allerdings einen Verteiler im Wählersaal, der HVt war viel größer. Wenn nun ein neuer Anschluss geschaltet werden sollte, musste eine Verbindungsleitung zwischen der einen Seite des HVt, die der Rufnummer zugeordnet war, und der anderen Seite, die einer Adresse ("Goethestraße 43, 3. Stock, links") zugeordnet war, gezogen werden. Das erledigte ein Typ, der den ganzen Tag da unten alleine mit dem HVt und seinem Lötkolben hockte. Einen HVt gibt es auch in modernen Vermittlungsstellen, allerdings wird dort nicht mehr gelötet. Hier ein Bild von einem echten HVt:


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Sekundärtechnik

Weiterhin gab es im Keller und im Erdgeschoss Räume für Akkumulatoren, die die Versorgung bei einem Stromausfall aufrecht erhalten konnten. Damit die Akkus irgendwann auch mal entladen wurden, wurde die gesamte Anlage in regelmäßigen Abständen vom 50-Hz-Netz getrennt und mit den Akkus betrieben.

Weiterhin gab es einen Raum, in dem sich die Gleichrichter befanden, die die 50-Hz-Wechselspannung des Stadtwerke-Netzes in 60 V Gleichspannung umformten.

In dem Raum, in dem der HVt stand, gab es noch ein interessantes Gerät: Es bestand aus einer Magnetplatte, die etwa so groß war wie eine Langspielplatte. Auf dieser Platte schliffen mehrere Tonabnehmer, das Ganze hatte also in etwa den gleichen Aufbau wie eine überdimensionale Festplatte. Auf der Platte waren die Ansagetexte wie "Kein Anschluss unter dieser Nummer, tüdeldüüüt" und so weiter gespeichert.

 

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