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Vermittlung per Hand durch das "Fräulein vom Amt" Drucken
In der Anfangszeit der Telefonie erfolgte die Vermittlung ausschließlich manuell. Wenn ein Teilnehmer ein Gespräch führen wollte, begab er sich zu seinem Apparat und drehte an einer Kurbel. Diese trieb einen Kurbelinduktor (eine Art Dynamo) an, der einen elektrischen Strom erzeugte. Dies führte dazu, dass in der Vermittlungsstelle an einem "Klappenschrank" eine kleine Metallplatte aus ihrer senkrechten Position nach vorne klappte. Das Personal in der Vermittlungsstelle wusste nun, dass der Teilnehmer, dem diese Klappe zugeordnet war, telefonieren wollte.


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Das Bild zeigt einen solchen Klappenschrank aus der Zeit um 1907. Im oberen Bereich befinden sich die Klappen, im unteren Bereich konnten die Verbindungen zu anderen Teilnehmern aufgebaut werden, indem Stecker in die entsprechenden Buchsen gesteckt wurden. Das Bild zeigt einen ziemlich kleinen Klappenschrank, in größeren Städten nahmen sie ganze Säle ein. Die Stromversorgung der Apparate erfolgte durch Batterien, die in der Nähe der Apparate installiert waren, dies bezeichnete man als Ortsbatterie-Netze (OB-Netze).

Später erfolgte die Speisung der Apparate durch die Vermittlungsstelle (Zentralbatterie-Netze, ZB-Netze). Um ein Gespräch zu führen, musste man nicht mehr kurbeln, es reichte, den Handapparat abzunehmen. In der Vermittlungsstelle fiel dann keine Klappe, sondern eine Glühlampe begann zu leuchten; das folgende Bild zeigt einen solchen Glühlampenschrank.


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ZB-Netze waren noch ziemlich lange im Einsatz, es lohnte sich jedoch nicht mehr, eigene Apparate dafür zu entwickeln. Statt dessen nahm man normale Apparate, denen man statt eines Nummernschalters eine Blindkappe verpasste.


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Fernsprechamt Stettin (1892) [8]

In den Vermittlungsstellen arbeiteten in erster Linie junge Frauen. "Das Fräulein vom Amt" war ein typischer Beruf, der bis zur Hochzeit ausgeübt wurde.

Schon bald zeigten sich die Grenzen der manuellen Vermittlungstechnik. Wenn das Telefon zu einem Massenmedium werden und jeder Teilnehmer die Möglichkeit erhalten sollte, mit jedem anderen Teilnehmer verbunden zu werden, war es notwendig, das Vermitteln zu automatisieren. Die manuelle Methode war zu teuer, benötigte zu viel Platz, war nicht zuverlässig genug und viel zu langsam.

Die Umstellung dauert allerdings Jahrzehnte: Die letzte Handvermittlung im Gebiet der Deutschen Bundespost wurde erst am 12.05.1966 in Uetze bei Hannover stillgelegt; Gespräche ins Ausland wurden noch länger handvermittelt. Im Gebiet der ehemaligen DDR wurde erst nach der Wende die letzte Handvermittlung abgeschaltet.

 
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