| Grundprinzip der automatisierten Vermittlungstechnik |
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Hier wird's ein bisschen technisch! Wer wirklich verstehen möchte, wie die Vermittlungstechnik funktioniert, sollte den Text lesen. Wer nur die Bilder sehen möchte, kann auf der [nächsten Seite] weiterlesen. Wer ein Telefon hat, möchte in der Regel nicht immer den selben Apparat anrufen, sondern möglichst viele andere Teilnehmer erreichen können. Angenommen, es gibt nur sechs andere Apparate, die alle erreicht werden sollen. Dann wäre es hilfreich, über ein Gerät verfügen zu können, das eine Art drehbaren Arm hat, dessen Ende einen (bzw. mehrere) elektrische Kontakte schließen kann. Nun muss der Arm nur noch in die richtige Stellung gebracht werden, und schon hat man eine Verbindung mit dem gewünschten Teilnehmer. In der folgenden Abbildung ist dieses Prinzip dargestellt.
Es gibt nun allerdings noch das eine oder andere Problem zu klären. Zum Beispiel: Wer dreht an dem Arm, wenn eine Verbindung aufgebaut werden soll? Und: Auf der ganzen Welt gibt es viele Millionen Telefonanschlüsse. Da wird dieses "Gerät" ganz schon groß werden… SchaltungDas eben dargestellte Gerät würde wohl eine beachtliche Größe erreichen, wenn man es tatsächlich bauen würde. Außerdem könnte mit diesem Monster zwischen all den Millionen von Anschlüssen nur ein einziges Gespräch geführt werden. Gelöst wurde das Problem durch das Hintereinanderschalten von mehreren solcher Geräte, die den Namen "Wähler" erhalten haben. Ein Wähler hat einen Eingang (wie im Bild oben) und hundert Ausgänge, die er anwählen kann. Mit der Darstellungsweise in obigem Bild wird das etwas unübersichtlich, daher wird für einen Wähler folgendes Symbol verwendet:
Werden nun zwei Wähler mit jeweils hundert Ausgängen hintereinandergeschaltet, so lässt sich damit ein Netz aufbauen, das dreistellige Rufnummern verarbeitet. Drei? Drei. Die Wähler werden dazu folgendermaßen hintereinadergeschaltet:
Der erste Wähler heißt "Gruppenwähler" (GW). Er verarbeitet die erste Ziffer der dreistelligen Rufnummer. Seine hundert Ausgänge lassen sich in eine Matrix von zehn mal zehn einteilen: Die Zeilen entsprechen der Ziffer (von Eins bis Null). Nachdem der Wähler die richtige Zeile gefunden hat ("gezwungene Wahl"), bleiben ihm zehn Ausgänge übrig, auf die er schalten kann. Diese Ausgänge sind jeweils mit dem Eingang eines weiteren Wählers verbunden. Diese Wähler heißen "Leitungswähler" (LW). Der Gruppenwähler sucht sich nun von den zehn Leitungswählern, die er anwählen kann, einfach einen freien aus ("freie Wahl"). Durch dieses Verfahren können nun mehrere Gespräche gleichzeitig geführt werden. Kann der Gruppenwähler keinen freien Wähler finden, wird das Besetztzeichen zum wählenden Teilnehmer geschaltet ("Gassenbesetzt"); das kommt aber relativ selten vor. Dem Leitungswähler sind direkt die anwählbaren Teilnehmer zugeordnet. Hier ist es wenig sinnvoll, dass sich der Wähler bei einem besetzten Anschluss einfach den nächsten freien sucht; im Allgemeinen möchte man mit einem ganz bestimmten Teilnehmer sprechen und nicht mit irgendeinem. Daher wählt der Leitungswähler nur in gezwungener Wahl und kann mit seinen hundert Ausgängen zwei Ziffern der Rufnummer verarbeiten. AnsteuerungNun muss nur noch jemand an den Armen der Wähler drehen. Der Wähler schaltet (bei gezwungener Wahl) jeweils einen Ausgang weiter, wenn er einen Impuls vom wählenden Teilnehmer erhält. Diese Impulse werden durch den Nummernschalter oder Tastwahlblock des Telefonapparates gesendet, das nennt sich dann Impulswahlverfahren (IWV). Bei freier Wahl schaltet der Wähler in Zusammenarbeit mit den ihm zugeordneten Relais selber weiter. Der Arm wird elektromechanisch angetrieben. Aus Kupferdraht gewickelte Spulen dienen als Elektromagnete und treiben den Kontaktarm je nach Bauart an. Auf der nächsten Seite sind einige Wähler zu sehen. |
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