| Schluss mit lustig: FeAp 61 "Die graue Maus" |
|
Das war's dann mit schnuckeligen Bakelit-Telefonen bei der Bundespost. Obwohl ihn wirklich jeder kennt und Millionen davon hergestellt wurden, ist der FeAp 61 fast ausgestorben. Den Sprung zum Kultobjekt hat er nie geschafft, er blieb immer Gebrauchsgegenstand. Viele alte VW Käfer drückten sich als Oldtimer an der Verschrottung vorbei, aber kaum jemand mochte einen alten Golf aufheben. So ähnlich ist auch das Verhältnis zwischen W 48 und FeAp 61. Für viele Leute war der FeAp 61 das erste Telefon. Während zu Zeiten des W 48 das Telefon eindeutig Luxusgegenstand war, entwickelte es sich zu Zeiten des FeAp 61 zu einer selbstverständlichen Einrichtung, die in fast jedem Haushalt anzutreffen war. Der FeAp 61 ist eine komplette Neukonstruktion, es gibt wohl kein einziges Teil, das vom Vorgänger W 48 übernommen wurde. Das Gehäuse ist nicht mehr aus Bakelit sondern aus dem Thermoplast ABS und damit sehr schlagfest. Auch die Grundplatte ist nun aus Kunststoff, die Elektrik ist auf einer geätzten Pertinax-Platine untergebracht, und es gibt keine Gabel mehr, die diesen Namen verdienen würde. Schaltungstechnisch unterscheidet sich der FeAp 61 von seinem Vorgänger W 48 jedoch nur geringfügig. Durch den FeAp 61 wurde das Telefonieren etwas komfortabler: Die Lautstärke des Weckers ließ sich nun regeln, und außerdem war dieser Apparat wohl der erste, mit dem man während des Gespräches rastlos hin und her laufen konnte. Gegenüber dem W 48, der knapp zwei Kilogramm auf die Waage brachte, wog der FeAp 61 nur gut ein Kilogramm. Zusätzlich gab es auf der Rückseite eine Griffmulde; beim W 48 hatte man sich immer fast die Finger gebrochen, wenn man ihn mit einer Hand tragen wollte. Der FeAp 61 erhielt stets eine weitere Ziffer an den Namen angehängt. Das Standard-Tischmodell (siehe Bild oben) hieß zum Beispiel FeTAp 611.
Hier sieht man den FeAp 61 als Wandapparat mit Erdtaste und der Bezeichnung FeWAp 612:
Hu, die Siebziger! In späteren Jahren gab es den FeAp 61 nicht nur in kieselgrau, sondern auch in anderen Farben (hier ein FeTAp 611-2a). Sehr beliebt war auch farngrün. Immer noch besser als: Das Grauen! Mit solchen Hauben "verzierten" Damen ab 60 (in kritischen Fällen auch schon vor 60) ihre Telefone. Mit dem FeAp 61 und den erwähnten Damen starben auch diese Accessoires aus. Der FeAp 61 bei Wikipedia: [http://de.wikipedia.org/wiki/Fernsprechtischapparat#FeTAp_61] |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| < zurück | weiter > |
|---|






