| Woher nehmen, worauf achten? |
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Woher bekommt man alte Telefone? Eine gute Quelle sind Flohmärkte, zumindest kommen viele meiner Apparate von dort. Flohmärkte haben oft den Vorteil, dass die Verkäufer keine Ahnung von alten Apparaten haben, sie wissen meist nicht, ob es sich um einen seltenen Apparat handelt oder nicht. Ansonsten hat das Internet-Auktionshaus Ihres Vertrauens mit Sicherheit jede Menge alte Apparate anzubieten (siehe unten).
Wenn Sie mit dem Gedanken spielen, sich einen alten Apparat zuzulegen, sollten Sie auf Folgendes achten: BeschädigungenAchten Sie auf den Zustand. Bakelit splittert leicht, ist das Gehäuse beschädigt, ist da ist nicht mehr viel dran zu kitten. Das folgende Bild zeigt einen W 48 und einen TiWa mit einigen hässlichen Beschädigungen. Bei schwarzen Gehäusen fällt das nicht so auf, sehen Sie daher genau hin!Unterhalb der Gabel findet sich ein Bakelitteil, das sich auch austauschen lässt, genannt "Gabelauflage" oder "Gabelträger" (Pfeil folgendes Bild). Dieses Teil ist ein ziemlicher Schwachpunkt von W 38/W 48/W 49, es ist sehr oft gebrochen, achten Sie auch hierauf. (Die Gabelauflage kann es auf die Dauer nicht sonderlich gut ab, wenn man den hantelschweren Handapparat auf die Gabel schmeißt.) Eine offensichtlich beschädigte und eine nicht ganz so offensichtlich beschädigte Gabel. Von unten wird eine Metallstange in die Gabel geschraubt. Das Bild oben rechts zeigt eine Gabel, in die diese Stange definitiv zu weit geschraubt wurde, irgendwann kommt sie oben durch. Oft sind auch die textilummantelten Zuleitungen hinüber (siehe die beiden folgenden Bilder); Ersatz ist schlecht bis gar nicht zu beschaffen, am ehesten noch über eBay (siehe unten). Im ersten Bild hat die Leitung sogar noch die falsche Farbe. Prüfen Sie den Nummernschalter: Wählen Sie eine Null und achten Sie darauf, ob der Nummernschalter etwa innerhalb einer Sekunde wieder zurückläuft. (Falls nicht, kann man das zu Hause auch oft wieder zurechtbasteln, aber es ist immerhin ein Grund zum Handeln.) FlickwerkOft sieht man auch zusammengeschusterte Apparate: Die Fingerlochscheibe bei W 38, W 48 und W 49 ist normalerweise schwarz. Recht häufig findet man diese Apparate jedoch mit transparenter Fingerlochscheibe (wie beim FeAp 61, siehe unten links). Ich bin allerdings nicht ganz sicher, ob die Apparate nicht in den letzten Produktionsjahren von vornherein so gebaut wurden, da es von 48ern und 49ern mit transparenter Fingerlochscheibe nur so wimmelt. Die Elfenbein-Variante hat auf jeden Fall grüne Ziffern auf weißem Grund, die Schwarz-Weiß-Ausgabe des Nummernschalters hat hier nichts verloren (oben rechts). Zum Thema "richtiger Nummernschalter" siehe auch [hier]. Weiterhin hat die ursprüngliche Ausgabe des W 48 eine textilummantelte Hörerschnur, in der Regel nicht geflochten.
Bleiben noch die Handapparate, die man am besten an den unterschiedlichen Formen der Einsprache unterscheiden kann. Näheres [hier]. Ost oder West?Deutsche Bundespost (Bundesrepublik) oder Deutsche Post (DDR)? Man sollte zumindest wissen, was man vor sich hat. DDR-Apparate haben häufig eine Scheibe auf der Fingerlochscheibe, auf der Notrufnummern ("Rotes Kreuz 115", "Volkspolizei 110", "Feuerwehr 112") angegeben sind. Das deutet allerdings nur darauf hin, dass der Apparat in der DDR im Einsatz war, er kann älter als die DDR sein. Manchmal steht auch "RFT" auf der Fingerlochscheibe. Ein W 48 mit Kunststoffbodenplatte ist kein W 48 sondern ein W 38 aus der DDR, in den Handapparat führen hier oft nur drei statt vier Leitungen. Tisch und WandAuch Flohmarktverkäufer wissen, dass alte Wandapparate seltener sind als Tischapparate, sie wollen daher für einen Wandapparat mehr Geld sehen. Achten Sie bei einem vermeintlichen W 48 darauf, ob Sie nicht vielleicht einen als Tischapparat umgebauten W 49 "TiWa" vor sich haben; mit ein bisschen Übung erkennt man die auf den ersten Blick. ([Hier] finden Sie Bilder.) Falls es sich um einen TiWa handelt, können Sie ihn zu Hause in einen Wandapparat umbauen. Post- oder Nebenstellenapparat?Postapparate sind seltener als Apparate aus den Nebenstellenanlagen von Firmen, da die Post ihre Apparate normalerweise wieder eingesammelt und verschrottet hat. Postapparate tragen von unten den Schriftzug "POST", oft in Verbindung mit einem Posthörnchen. Nebenstellenapparate haben meist eine Erdtaste, mit denen zu anderen Apparaten umgestellt werden konnte; es gab allerdings auch Nebenstellenapparate von der Post. ErsatzteileErsatzteile finden Sie mit ein bisschen Geduld bei eBay (siehe unten), oft muss man allerdings ziemlich lange warten, bis man das passende findet – und oft kostet das dann auch ein Schweinegeld. Für W 48 & Co werden von der Firma Friedrich Reiner sogar noch Ersatzteile gefertigt, Näheres hier: [www.telefonmanufaktur.de]. eBayEine weitere ertragreiche Quelle für alte Apparate ist eBay. Das Angebot ist unglaublich groß, aber man kann nichts anfassen (wie das mit eBay eben so ist) und man bietet gemeinsam mit lauter Sammlern, die genau wissen, was das Zeug wert ist. Apparate, die noch gut verfügbar sind – wie der W 48 – gehen jedoch häufig erheblich unter Flohmarktpreis weg. Generell gilt jedoch: Zwischen ZB SA 24 und W 28 gibt es einen heftigen Preissprung. Alles, was älter ist als W 28, kostet richtiges Geld (meistens > 100 Euro). Auf die Artikelbeschreibungen sollte man nicht allzu viel geben, viele Verkäufer haben keine Ahnung, was sie dort verkaufen, sondern aber dennoch umfangreiche "Fakten" ab. Hier zwei Links: [http://listings.ebay.de/aw/plistings/list/all/category985/index.html] [http://listings.ebay.de/aw/plistings/list/all/category19347/index.html] |
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