(Texte zu den Herstellern befinden sich unterhalb der Logos.)
ATF |
Borck &
Goldschmidt |
Bosse & Co |
Fernsig |
Fuld |
Groos & Graf |
Hagenuk |
Heibl |
[Heliogen] |
Krone |
Krone |
Lorenz |
Merk Telefonbau |
Mix & Genest |
Neumann |
[Nordfern] |
NTT |
PRITEG |
Reiner |
RFT |
SEL |
Siemens &
Halske |
Siemens &
Halske |
Siemens &
Halske |
TEFAG |
Telefonbau und
Normalzeit |
TTG |
TeKaDe |
TeKaDe |
[VEB Fernm.-Werk
Nordhausen] |
Zwietusch |
Einige der Logos können durch Anklicken vergrößert werden. Vielen Dank an Martin Nagelmüller für TeKaDe, an Holger Logermann für Fernsig und Thomas Göbel für Merk und PRITEG!
Ein umfangreiches Buch, das sich mit Herstellerlogos und Kennzeichnungen beschäftigt, finden Sie [hier] (siehe Band 3).
Früher konnte man Telefonapparate nicht kaufen – man musste sie von der Post mieten. Auf gar keinen Fall durfte man einen eigenen Apparat an das öffentliche Netz anschließen, genauso wenig war es erlaubt, die staatlicherseits verordneten Apparate zu öffnen oder sonst etwas anderes damit zu unternehmen als zu telefonieren.
Allerdings durfte die Post (wie die Bahn) nichts selber herstellen, dafür war die Industrie zuständig, die von der Post entsprechende Aufträge erhielt. Nur Reparaturarbeiten wurden von der Post selber durchgeführt. Berühmte Hersteller von Telefonen für die deutsche Post waren zum Beispiel:
AGFEO – Apparatebau-Gesellschaft für Fernmeldetechnik/Feinmechanik, Elektronik und Optik, Bielefeld
Gegründet 1947, haben vor allem Gebührenzähler für die Post gebaut. Die Firma exisitert nach wie vor und produziert in erster Linie ISDN-Technik. [www.agfeo.de]
J. Berliner, Hannover
Hieß später Telephon-Fabrik Actiengesellschaft (TEFAG) und ging irgendwann in SEL auf. Die Firma geht auf Emil Berliner, dem Erfinder des Grammophons, zurück. (Siehe auch die Anzeige unten auf dieser Seite und [hier].)
Borck & Goldschmidt Mechanische Werkstätten für Telegrafie und Telefonie (B & G), Berlin
Viel mehr, als dass die Firma in der Fruchtstr. 1-2 in Berlin O 17 residierte, ist mir nicht bekannt. Auf jeden Fall wurden hier zahlreiche Nummernschalter produziert.
DeTeWe – Deutsche Telephonwerke, Berlin
Wurde 1887 unter dem Namen R. Stock, Telegraphenapparate gegründet, seit 1899 wird zusätzlich der Name "Deutsche Telephonwerke" mitgeführt. Herstellung von Apparaten und Vermittlungstechnik. Die Firma gibt es noch: [www.detewe.de]
DFG – Deutsche Fernsprecher GmbH, Marburg
Gegründet 1914 in Chemnitz, Lieferung von zahlreichen Postapparaten und Komponenten davon. Die Firma stellt noch immer Telefone her. [www.dfg-quicktel.de]
ELMEG Elektro-Mechanik GmbH, Peine
Gegründet 1948, haben viele von den Prüfapparaten ("Knochen") hergestellt. Mit zwei anderen Firmen fusioniert zu Funkwerk Enterprise Communications [www.funkwerk-ec.com]
Fernsig – Fernsprech- und Signalbau GmbH & Co, Essen
Vor allem Fertigung von Apparaten für Industrie und Bergbau (explosionsgeschützt). [www.fernsig.de]
Friedrich Merk Telefonbau AG, München
Gegründet 1922, recht erfolgreich bei der Produktion von Vermittlungstechnik. Es wurden aber auch Apparate und Komponenten davon produziert. Ging 1995 in Telenorma auf (siehe Telefonbau & Normalzeit).
Friedrich Reiner, München und Landau
Gründung 1881 durch Friedrich Reiner, einem Pionier der Fernmeldetechnik (u. a. Erfindung des Münzfernsprechers). Fertigung von W 48 für die Post, auch an der Entwicklung dieses Apparates war man beteiligt. Die Firma besteht nach wie vor, hergestellt werden Nischenprodukte wie zum Beispiel elektrosmogfreie Telefonapparate und noch immer Ersatzteile für den W 48. [www.telefonmanufaktur.de]
Hagenuk – Hanseatische Apparatebau-Gesellschaft Neufeld & Kuhnke, Kiel
1937 aus den Unternehmen Neufeld & Kuhnke und Hanseatische Apparatebau-Gesellschaft entstanden. Hagenuk hat sehr viele Apparate für die Post hergestellt, auch Spezialapparate wie Tischmünzer, Apparate mit Gebührenanzeige und den [TiWa]. Die Firma stellt weiterhin Telefone her. [www.hagenuk.de]
Heliogen, Bad Blankenburg
Der Schwerpunkt scheint auf der Rundfunktechnik gelegen zu haben, jedoch wurde auch ein [Telefonapparat] hergestellt. Später firmierte das Unternehmen unter den Namen Antennenwerk, BLANKOM und Antenne Bad Blankenburg. [blankom.net]
Krone, Berlin
Krone wurde 1928 gegründet und lieferte vor allem Verteilungs- und Verbindungstechnik für die Post, stellte jedoch auch zahlreiche Apparate her. Die Firma gibt es nach wie vor, Apparate werden jedoch nicht mehr hergestellt. [www.adckrone.com/de-de]
Mix & Genest, Berlin, Stuttgart
Sehr bekannte – fast legendäre – Firma, die zahlreiche Apparate an die Post lieferte und an vielen Entwicklungen beteiligt war. In den fünfziger Jahren in SEL aufgegangen (siehe unten).
PRITEG – Privat-Telephon-Gesellschaft, Frankfurt/M.
Die Vertriebsgesellschaft von Harry Fuld (siehe Telefonbau und Normalzeit weiter unten). Es gab viele lokale Vertriebsgesellschaften, die alle entweder "Privat-Telephon-Gesellschaft" im Namen führten (zum Beispiel "Leipziger Privat-Telephon-Gesellschaft") oder aber Gesellschaft für automatische Telephonie hießen. Die österreichische Niederlassung der T&N und die Saarbrücker Zweigstelle hießen bis in die 80er Jahre GEFAT. (Vielen Dank an Thomas Göbel für die Informationen!)
RFT
In der ehemaligen DDR wurden die Apparatehersteller verstaatlicht und unter der "Dachmarke" RFT zusammengefasst. Mit der Bezeichnung RFT wurde in der DDR so ziemlich alles versehen, was mit Nachrichtentechnik zu tun hatte (auch Radios und Fernseher). [www.rft.de]
Richard Bosse & Co, Berlin
Gegründet 1888, ca. 500 Beschäftigte im Jahr 1965, war an der Entwicklung des [FeAp 61] beteiligt. Wurde von AGFEO übernommen.
Siemens & Halske, Berlin und München
Gegründet 1847, wegweisend bei der Entwicklung der Telegrafie und Telefonie. Mehr oder weniger Haus- und Hoflieferant der Post, zahlreiche Entwicklungen wurden gemeinsam mit Siemens durchgeführt, dabei entstanden so legendäre Apparate wie der [W 48]. War und ist auch einer der größten Lieferanten von Vermittlungstechnik und beliefert auch heute noch die Deutsche Telekom mit Apparaten.
Früher trugen Siemesn-Produkte, die mit Nachrichten- und Messtechnik zu tun hatten, den Namen Siemens & Halske, während die Produkte der Energietechnik (Elektromotoren, Kraftwerkstechnik usw.) mit Siemens-Schuckert (SSW für Siemens-Schuckert-Werke) bezeichnet wurden. Teilweise tritt auf Telefonen auch die Siemens-Marke Protos in Erscheinung. [www.siemens.de]
S. Siedle & Söhne (SSS Siedle), Furtwangen
Gegründet 1750, haben damals aber sicherlich noch keine Telefone produziert. Sind heute vor allem für Türklingeln, Gegensprechanlagen usw. bekannt, produzieren aber auch noch Fernmeldetechnik. [www.siedle.de]
SEL – Standard Elektrik Lorenz, Stuttgart
Wurde 1956 bis 1958 aus den folgenden Firmen gegründet: C. Lorenz AG (auf Einzelteilen manchmal mit CL-AG bezeichnet), Standard Elektrizitäts-Gesellschaft AG, Mix & Genest AG, Telephonfabrik Berliner AG, Süddeutsche Apparate-Fabrik GmbH und G. Schaub Apparatebau-GmbH. Herstellung von Vermittlungstechnik, Telefonanlagen und Apparaten für die Post. Mittlerweile in Alcatel aufgegangen. [www.alcatel.de]
TeKaDe (Süddeutsche Telefon-Apparate-, Kabel- und Draht-Werke AG), Nürnberg
Friedrich Heller gründete das Unternehmen im 19. Jahrhundert, 1904 wurde es von Felten & Guilleaume gekauft, ab 1912 hieß es TeKaDe. 1949 gründeten Philips und Felten & Guillaume die Felten & Guilleaume Fernmeldeanlagen-GmbH. Gefertigt wurden neben Telefontechnik Röhren und Radioempfänger. Auch Autotelefone wurden hergestellt, an der Entwicklung dieser Technologie war man maßgeblich beteiligt. 1982 wurde aus TeKaDe-FGF mit dem Kabelwerk Nürnberg-Langwasser, Drahtwerk Arolsen, Philips Data Systems und Felten & Guilleaume Fernmeldekabel und Anlagentechnik die Philips Kommunikationsindustrie AG (PKI) gegründet. Nach der Übernahme von Teilen durch AT & T hieß die neue Firma ab 1996 AT & T Network Systems Deutschland GmbH, nach der Ausgründung der Bell Labs unter Lucent Technologies 1997 heißt die Firma nun Lucent Technologies Network Systems GmbH. [www.lucent.de]
Telefonbau und Normalzeit (TN, T&N, TuN), Frankfurt/M.
Eine unglaublich komplizierte Firmengeschichte. 1899 gründete Harry Fuld die Deutsche Privat-Telephon-Gesellschaft (PRITEG), er vermietete als erster in Deutschland Telefone und Telefonanlagen, die er von anderen Firmen zukaufte. 1901 gründete er die die Telephon- und Telegraphenbau-Gesellschaft (TTG) und begann selber, Fernemeldetechnik zu produzieren. Ein weiterer Name, der in Zusammenhang mit Fuld auftaucht, ist die Gesellschaft für automatische Telephonie; ob er die mal selber gegründet oder übernommen hat, weiß ich nicht.
Ab 1918 hieß die PRITEG dann H. Fuld & Co. 1928 wurden die beiden Firmen Fuld & Co sowie TTG zusammengeführt und in eine AG umgewandelt, nun hieß man H. Fuld AG.
1933 bekam man Schwierigkeiten mit den Nationalsozialisten, die die jüdischen Anteilseigner aus der Firma vertreiben wollten. (Fuld war selber Jude, verstarb aber 1932.) Es wurde als Dachgesellschaft die Nationale Telephon- und Telegraphenwerke GmbH (NTT) gegründet. Ab dann wird's endgültig kompliziert, ein ganzer Haufen Gesellschaften wurde gegründet, umbenannt und wieder liquidiert. 1935 taucht erstmals der Name Telefonbau & Normalzeit auf, ab 1937 trug auch die ehemalige NTT diesen Namen. (Die "Normalzeit" bezieht sich auf die Fertigung von Werks- und Bahnhofsuhren.) TN hat vor allem Telefonanlagen und Nebenstellenapparate gefertigt.
1985 erfolgte die Umbenennung in Telenorma, 1995 die Zusammenlegung mit der Friedrich Merk Telefonbau GmbH zur Bosch Telecom GmbH, ab 2000 hieß die Firma Tenovis und wurde 2004 von Avaya übernommen. [www.avaya.de]
VEB Fernmeldewerk Nordhausen, Nordhausen
Telefone in der DDR kamen meist aus dem ehemaligen Zweigwerk von Mix & Genest in Nordhausen. Zu DDR-Zeiten wurde teilweise unter dem Namen "Nordfern" gefertigt, nach der Wende tauchte der Name "Nordline" auf. Heute heißt der Betrieb FMN-Fernmeldetechnik GmbH. [www.fmncom.com]
Widmaier (Hans Widmaier Fernmelde- und Feinwerktechnik), München
Haben Telefone (auch Münzfernsprecher und Prüfapparate) und Komponenten an die Bundespost geliefert. Auch heute werden hier noch Telefone gebaut. [www.widmaier.com]
Wilhelm Heibl Werke, Nürnberg und Selbitz
Gegründet 1943, hat mal in großen Stil Apparate für die Bundespost hergestellt, bis zu 500.000 Stück pro Jahr. Nach der Privatisierung der Post ging es bergab, die Firma besteht aber nach wie vor. [www.heibl-kunststoff.de], [www.bokowsky.de/telesys/unternehmen/heibl]
Alois Zettler, München
Haben zahlreiche Anrufbeantworter und Telefone hergestellt, beispielsweise das Micky-Maus-Telefon der Bundespost in den Achtzigerjahren. Heißen jetzt DSC-Zettler in Petershausen und bauen nach wie vor Anrufbeantworter und Telefone. [www.dsc-zettler.de]
Zwietusch, Berlin
Viel weiß ich über diese Firma nicht. Anscheinend von einem US-Amerikaner gegründet, Sitz war Berlin-Charlottenburg. Lieferung von Apparaten an die Post. Am 21.10.1996 wurde die Firma aus dem Handelsregister Berlin gelöscht.
Weitere Hersteller von Apparaten und Fernmeldetechnik
Über diese Hersteller ist mir (noch) nichts weiteres bekannt:
ATF – Allgemeine Telefon Fabrik GmbH
C. F. Lewert
ERKA
Ernst Schwaan & Zimmermann, Berlin
E. Schrack Elektrizitäts A.G.
F. Schuchhardt Berliner Fernsprech-und-Telegraphenwerk AG, Berlin
Gerätewerk Baumschulenweg VEB, Berlin (DDR)
Groos & Graf, Berlin
Kruger, Berlin
Prüfhof
Schiederwerk, Nürnberg
Telefon-Apparate-Fabrik Welles
Telefonbau Louis Schwabe, Düsseldorf
Telephon- und Telegraphenwerke Stöcker & Co.
Telegraphenanstalt Gebr. Naglo, Waldemarstr. 4, Berlin
Telerapid Telefongesellschaft Huppertz & Co, Berlin
VEB Apparatebau, Caputh (DDR)
[9]
Eine Replik eines alten Emailleschildes der DeTeWe.
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