| Funktionweise eines Apparates |
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An dieser Stelle soll es ein bisschen um die Funktion eines Telefonapparates gehen. Wahnsinnig in die Tiefe soll es zwar nicht gehen, dennoch: Vorsicht, Elektrotechnik! Da steht nicht jedem der Sinn nach. Allerdings soll die Funktionsweise an dieser Stelle nur kurz umrissen werden, ganz genaue Beschreibungen können entsprechender Fachliteratur entnommen werden. AufbauWenn man einen alten Apparat (hier einen W 48) aufschraubt, fallen als erstes die beiden großen Glocken des Weckers ins Auge (1). Die erzeugten übrigens zwei ganz leicht unterschiedliche Töne, was zu einem besonders angenehmen Klang führte (Schwebung). Der Wechselstromwecker (2) sorgte dafür, dass die Bimmeln auch ordentlich bimmelten. Der Gabelumschalter (3) wurde betätigt, wenn der Handapparat abgenommen wurde, er schaltete die Gleichstromschleife und den Kondensator (Näheres siehe unten). Die Funktion von Kondensator (4) und Übertrager (5) wird ebenfalls im Folgenden umrissen. Das folgende Bild zeigt den Schaltplan des obigen Apparates. FunktionsweiseLa/Lb: Anschlüsse der Sprechadern (Richtung Vermittlungsstelle)
Die drei schwarzen Kästchen symbolisieren den Übertrager; die beiden linken die Primär-, der rechte die Sekundärseite. Zwischen La und Lb liegen 60 V Gleichspannung von der Vermittlungsstelle, Lb ist positiv, La ist negativ. RuhezustandUI ist offen, zwischen La und Lb liegt die Reihenschaltung aus Kondensator und Wecker. Der Kondensator sperrt bei Gleichstrom, dementsprechend passiert gar nichts. Ruf kommtDer Gleichspannung wird eine Wechselspannung (25 Hz) überlagert, der Kondensator lässt den Wechselstrom durch, er wirkt als Wechselstromwiderstand. Der Wecker wird vom Wechselstrom durchflossen und beginnt zu bimmeln. Gespräch wird angenommenUI schließt, nsi und nsr sind geschlossen, nsa ist geöffnet. Damit ist die so genannte Gleichstromschleife geschlossen. Das entgeht auch der Teilnehmerschaltung in der Vermittlungsstelle nicht, der Rufstrom wird abgeschaltet, der rufende Teilnehmer wird durchgeschaltet. Der Gleichstrom fließt nun durch das Mikrofon, dieses ändert durch die Schwingungen der Membran seinen Widerstand, so dass dem Gleichstrom ein Wechselanteil überlagert wird. Die Hörkapsel wird im Sekundärkreis des Übertragers betrieben. Dieser erfüllt mehrere Aufgaben: Er verhindert, dass die Hörkapsel von Gleichstrom durchflossen wird, das kann die nämlich auf die Dauer nicht ab. Weiterhin dient der Übertrager der Rückhördämpfung, sie verhindert weitgehend, dass man die eigene Stimme hört. Hundertprozentig wird das allerdings mit Absicht nicht verhindert, da man sonst den Eindruck hat, dass das Telefon nicht funktioniert, man beginnt zu schreien. (Wie das ganz genau funktioniert, führt an dieser Stelle zu weit.) Außerdem sorgt der Übertrager für eine galvanische Trennung zwischen Vermittlungsstelle und Ohr. Ebenfalls im Sekundärkreis des Übertragers liegt der Gehörschutzgleichrichter, der aus zwei antiparallel geschalteten Dioden besteht. Diese beginnen bei Spannungsspitzen zu leiten und schließen diese damit kurz. Teilnehmer wähltDer Handapparat wird abgenommen, UI schließt. In dem Moment, in dem die Fingerlochscheibe aus ihrer Ruheposition gedreht wird, schließt nsa. Damit wird alles, was mit Sprechen und Hören zu tun hat, gebrückt, man hört keine störenden Geräusche. Beim Rücklauf des Nummernschalters öffnet sich nsr, nsi öffnet sich rhythmisch und erzeugt so die Wählimpulse, die von der Vermittlungsstelle interpretiert werden. Außerdem hat UI den Kondensator über den Widerstand parallel zu nsi/nsr geschaltet, was der Funkenlöschung im Nummernschalter dient. |
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