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Abriss eines Kraftwerks Drucken

Die folgenden Seiten zeigen Bilder vom Abriss eines Kraftwerks. 1993 kam ich durch Zufall am Kraftwerk Harbke vorbei, das in der Nähe von Helmstedt knapp neben der ehemaligen innerdeutschen Grenze stand. Es war zu diesem Zeitpunkt bereits stillgelegt und wurde abgerissen. Mein Herz für alte vergammelte Technik schlug höher, und einige Wochen später ergaben sich mehrere Gelegenheiten einer Besichtigung.

So ganz einfach gestaltet es sich nicht, Informationen über das Kraftwerk aufzutreiben – hier das, was ich gefunden habe: In der Umgebung von Helmstedt gibt es Braunkohle ("Helmstedt-Staßfurter Mulde"), bereits 1908 oder 1909 (man widerspricht sich) wurde in unmittelbarer Nähe der Tagebauten ein Kraftwerk errichtet, das zunächst nur den elektrischen Eigenbedarf der mit dem Abbau der Kohle beschäftigten Gesellschaft BKB decken sollte. Schnell begann man jedoch, das Kraftwerk auszubauen – hier die installierten Kraftwerksleistungen (so weit mir bekannt):

1909: 2,0 MW
1912: 4,0 MW
1922: 40,0 MW
1936: 183,5 MW
1946: 147,5 MW

Der Rückgang der Leistung ist wohl weniger auf Kriegszerstörungen als auf Demontagen der Sowjetunion, die auf Grundlage der Potsdamer Abkommen erfolgten, zurückzuführen. Nach dem Zweiten Weltkrieg lag das Kraftwerk knapp neben der innerdeutschen Grenze auf dem Gebiet der DDR, am 26.05.1952 wurde es Volkseigentum. Eingespeist wurde in die Spannungsebenen 110 kV, 50 kV und 15 kV. Seit 1964 wurden einzelne Anlagenteile aufgrund ihres Alters stillgelegt. Am 27.12.1990 endete die Stromerzeugung, im April 1992 wurde auch die Fernwärmeerzeugung stillgelegt, der Abriss begann. Betreiber war die Energieversorgung Magdeburg (EVM), die später mit anderen Unternehmen zur E.ON Avacon fusionierte. Die Bedeutung des Kraftwerks geht aus der folgenden Karte hervor (oben links das Kraftwerk Harbke).

(aus Stiller, Arthur: Die Starkstromtechnik. Killinger, Nordhausen, ca. 1925)

 
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