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Gemeinschaftsanschlüsse, Zweieranschlüsse Drucken
In früheren Zeiten war das Telefonnetz nicht so gut ausgebaut wie heute, vor allem in ländlichen Gebieten. Da bot es sich an, die nur begrenzt zur Verfügung stehenden Telefonleitungen besser auszunutzen. Eine Möglichkeit war der Gemeinschafts- oder Zweieranschluss, mit ihm konnten zwei Anschlüsse an nur einer Leitung betrieben werden. Der Nachteil: Es konnte nur einer der beiden Teilnehmer gleichzeitig sprechen; war einer der beiden Apparate in Betrieb, konnte mit dem anderen nicht telefoniert werden.

Bei der Installation gab's eine kleine Blechkiste an die Wand, den so genannten Gemeinschaftsumschalter – kurz GUm. Hier ein solches Exemplar vom Typ 1/2GUm53.

Hersteller: SEL
Baujahr: März 1971
Postapparat: ja

Innen treffen wir auf zwei Relais, zwei Kondensatoren, einen Selen-Gleichrichter und einige Widerstände:

Beide Anschlüsse hatten eine eigene Nummer, damit nicht beide Anschlüsse gleichzeitig gerufen wurden. Wenn ich das richtig verstanden habe, wurde der Rufstrom zwischen Erde und a- oder b-Ader gelegt, je nachdem welcher Apparat bimmeln sollte. Daraufhin sprach eines der beiden Relais an und sperrte damit den anderen Anschluss.

Es war nicht möglich, dass die beiden Teilnehmer eines Gemeinschaftsanschlusses untereinander ein Gespräch führten. Die Teilnahme an einem Gemeinschaftsanschluss wird die Post wohl mit einer etwas geringeren Grundgebühr belohnt haben. Sehr verbreitet waren Gemeinschaftsanschlüsse in der DDR.

 
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