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EWSGegenüber elektromechanischen Schaltkomponenten wie Relais und Drehwählern bieten elektronische Schalter in Form von Transistoren erhebliche Vorteile: Sie sind billiger, kleiner, leichter, wartungsärmer und leiser. Der Transistor erblickte 1947 in den Laboren von Bell – einer Telefongesellschaft aus den USA – das Licht der Welt. Das entging auch der Bundespost nicht, und man entwickelte das EWS (Elektronisches Wählsystem), das die Technik der Edelmetall-Motor-Drehwähler ablösen sollte. Aber es kam anders: Es wurden zwar Vermittlungsstellen in dieser Technik gebaut, aber insgesamt blieb EWS glücklos. Es war durch die Einführung der digitalen Systeme EWSD (Siemens) und S 12 (SEL/Alcatel) schnell veraltet. Während meines Praktikums 1994 besuchte ich eine ehemalige EWS-Vermittlungsstelle, die gerade auf EWSD umgestellt worden war. Die EWS-Technik nahm zwei Stockwerke des Gebäudes ein. Für die Umstellung hatte man einfach ein zusätzliches Stockwerk auf das Gebäude gemauert, dort EWSD untergebracht, von einem System auf das andere umgeschaltet und dann EWS verschrottet. Damit standen dann zwei Stockwerke leer, und im EWSD-Stockwerk hätte man auch noch die eine oder andere Tischtennisplatte unterbringen können, was den Platzbedarf der beiden Systeme veranschaulicht. Während EWS schon dran glauben musste, waren die EMD in der OVSt 44 jedenfalls noch munter am Drehen. Sich selber anrufenZu Zeiten der elektromechanischen Vermittlungen gab es ein – allerdings ziemlich sinnfreies – Spielchen: Wenn man die eigene Nummer mit Vorwahl wählte und dann genau im richtigen Moment kurz danach auflegte, klingelte kurze Zeit danach das eigene Telefon. MehrfrequenzwahlverfahrenDie auf diesen Seiten dargestellte Vermittlungsstelle in EMD-Technik verwendete das Impulswahlverfahren (IWV), also die Geschichte mit der rhythmischen Unterbrechung der Gleichstromschleife im Apparat. Die alten Apparate mit Nummerschalter (also mit Wählscheibe) konnten sowieso nicht schneller wählen, der Nummernschalter brauchte nun mal seine Zeit zum Zurücklaufen. Irgendwann gab es dann auch Apparate mit Tastwahlblock, damit konnte man im Prinzip viel schneller wählen. Verwendeten Apparat und Vermittlungsstelle jedoch weiterhin das IWV, dauerte der ganze Wahlvorgang genau so lange wie mit Nummernschalter. Man war zwar mit dem Wählen eher fertig, musste dann aber noch eine Weile dem "Tak tak tak" der Impulswahl lauschen. Nicht so beim Mehrfrequenzwahlverfahren (MFW), das heute meistens im analogen Netz der Telekom verwendet wird: Die zwölf Tasten (Eins bis Null sowie * und #) werden in eine Matrix von drei Spalten und vier Zeilen aufgeteilt. Jeder Spalte und jeder Zeile ist eine Frequenz zugeteilt, also insgesamt sieben Stück. Wird nun eine Taste gedrückt, erzeugt der Apparat einen Ton, der aus zwei überlagerten Frequenzen (je eine für die Zeile und für die Spalte) besteht. Diese Töne weiß die Vermittlungsstelle zu interpretieren, und stellt eine entsprechende Verbindung her. Das Ganze geht erheblich schneller als die veraltete IWV-Technik. Damit alte Apparate weiter verwendet werden können, verstehen die modernen Vermittlungsstellen grundsätzlich beides: IWV und MFV. Hier die Frequenzen:
(Der Vollständigkeit halber: Es gibt noch ein paar Frequenzen mehr.) Die Frequenzen sind mit Absicht so krumm gewählt und so fies verwürfelt worden, dass diese Geräusche normalerweise nicht vorkommen, andernfalls würde es zu unkontrollierten Wählvorgängen kommen. Da es sich um zwei überlagerte Frequenzen handelt, wird es Ihnen nicht gelingen, einen solchen Ton zu pfeifen. (Vielleicht zu zweit?) |
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Anmerkungen, Ergänzungen 